Historie & städtebau
Der ehemals verträumte Vorort Gnigl, erlebt derzeit eine immense Nachverdichtung und Aufwertung, wie die Neubauten des Bildungszentrums und weitere umgebenden Wohnbauten zeigen. Das Grundstück selbst liegt im Übergangsbereich zwischen kleinteiliger Bebauung an der Franz Hattiger Straße und städtisch verdichtetem Geschoßwohnbau an der Minnesheimstraße. Im Jahr 1980 errichtete ich mein Atelier in Stahl und Glas neben der geerbten Stadtvilla meiner Eltern.
Entwurfsgedanken
Mit dem geplanten Projekt greife ich den baulichen Dialog zwischen Franz Hattiger Straße und Minnesheim Straße auf und schaffe mit der unterirdischen Garage eine Verbindung der beiden Bautypologien. Die Minnesheimstraße erhält einen viergeschoßigen Baukörper mit zentralem Treppenhaus als Wohnbau mit einer Büro- oder Verkaufs- Nutzung im straßenseitigen Erdgeschoß. Das Gebäude wird von der Minnesheimstraße rückversetzt um die alte Baumgruppe zu erhalten. Markantes Gestaltungselement ist der, in der Gründerzeit selbstverständliche, großzügige Übergangsbereich zwischen öffentlich und privat durch das große verglaste Treppenhaus. Dieser Bereich lädt zum Verweilen und miteinander Reden ein. Jede der Wohnungen erhält einen großzügigen Außenbereich als Garten, Balkon oder Terrasse. An der Franz Hattiger Straße nimmt ein Torbau zur Tiefgarage den Maßstab der Kleinteiligkeit mit nur 3 übereinander gestapelten Wohnungen auf. Auch diese Wohnungen haben private Außenbereiche. Der derzeitige dschungelartige Wildwuchs wird in einen gestalteten Park unter Ausnutzung des bestehenden Naturteiches umgestaltet und durch Neupflanzungen ergänzt. Die Gebäude werden in Holz-Hybridbauweise errichtet und umweltschonend mit Tiefensonden und Wärmetauscher beheizt. Solarpaneele auf den Gründächern ergänzen die Energieversorgung.
Text: Erich Wagner



