Wissens-basis
Mozartplatz Im Mozartplatz überlagern sich Welten. Der imperiale (achsenbezogene) Machtanspruch steht dem cosmopoliten (runden) Verständnis der Musik, repräsentiert durch das Genie Mozart, gegenüber.
Waagplatz Der Waagplatz mit seinen vielfältigen ehemaligen Funktionen symbolisiert den Aufbruch aus der mittelalterlichen Enge in die Neuzeit, hält aber die Passage zur alten Macht offen.
Imperiales Konzept: Sowohl der Entstehungszeitraum als auch das Konzept der diagonalen Sichtachsen vom Domplatz, Alte Residenz, Residenzplatz, Mozart(Michaels)-platz, Mozart(Kai)-platz mit gelenkartigen Verbindungen als auch die kühne Komposition des topographischen Spiels mit den Höhen: Terrasse Domarkaden, Residenzplatz Brunnen Tiefpunkt, Mozartdenkmal Hochpunkt und Kapuzinerberg bzw. Gaisberg als höchste Fernpunkte weist bereits auf das Gedankenkonzept des Manierismus. Im Manierismus spielt man mit Verzerrungen, Trapezen statt Rechtecken, Ovalen (Ellipsen) statt Kreisen, verkröpft, wird doppeldeutig; . Bürgerliche Wegsuche: Aus der mittelalterlichen Enge weitet sich die Judengasse (Schmalstelle ca 3,60m und man Staune 200 Jahre auf Erzbischöfliche Anweisung judenfrei) trapezförmig zum Waagplatz mit seinen vielen historischen Funktionen auf und setzt sich eher schlängelnd über den Mozart (Michaels)-platz mit Michaelsbrunnen wahlweise in der Pfeiffergasse oder auch Kaigasse fort.
Mozart Mozarts Musik und (Schikaneders) Libretti stehen für Freiheit, Liebe und Verständnis
Klima Seit der Erstveröffentlichung des Club of Rome Berichts 1972 „Grenzen des Wachstums“ wissen wir um die gefährdete Zukunft der Erde und sollten uns als respektvoller Teil dieser Welt und nicht als Usurpatoren verhalten und dementsprechend planen.
Entwurf
Konzept
Was für eine Gelegenheit in einer Gegenwart, in der alles wankt und in Frage zu Stellen ist, sich in diesem Wettbewerb mit diesen Themen beschäftigen zu dürfen um die Aufgabe mit einer authentischen Ausdrucksform der Gegenwart zu beantworten.
Im Bewusstsein dieses Wissens und der Herausforderung einen klimatisch zukunftsweisenden Platz zu gestalten schlagen wir einen großen elliptisch gekiesten Bereich mit offenporiger Oberfläche mit dem Juwel Mozart als Zentrum und einer umlaufenden Granitrinne als Fassung vor. Daran schließen Granitplatten in Fortsetzung des Residenzplatzbelages mit präziese ausgerichteten Fugenausrichtungen auf die Verschneidungen und Übergänge der Räume und Platze reagierend an. Obwohl es keinen Standpunkt am Mozartplatz gibt von dem aus kein Baum zu sehen wäre halten wir den Zeitpunkt für gekommen, Pflanzen viel stärker in die Stadt einzubinden. Zwei Kastanien vor dem Glockenspiel setzen die Bepflanzungsidee der Neuen Residenz in gespiegelter Symmetrie fort. Ahornbäume (regelmäßig in eine breite Krone zu stutzend) oder Felsbirnen entlang der Ellipse bilden eine schattenspendende Allee, in halber Symmetrie zur Neuen Residenz stehend. Drei Baumgruppen im östlichen Bereich Mozartplatz, Salzachtorbereich und Kaigassenaufweitung akzentuieren die räumliche Idee der Übergänge. Der Michaelsbrunnen ersteht neu an alter Stelle als feuchtigkeits-spendendes und kühlendes Wasserspiel (die Position der Brunnenstube ist nicht standortgebunden). Am Waagplatz zitiert ein unterfahrbarer Trinkbrunnen den ehemaligen Fischkalter und verweist mit seiner Form auf die Funktion als ehemaliger Gerichtsplatzes. Großformatige Platten aus rotem Granit (als Ersatz des witterungsanfälligen Adneter Marmors) in der Mitte des Platzes zitieren den alten Waagstein zur Bemessung des Zehent.
Mozartdenkmal Mozart, der sich von der höfische Ordnung löste und Neues wagte, darf nicht hinter Gitter stehen. Das Denkmal mit Statue, Poller und Bodenplatte bleibt erhalten, die Absperrgitter kommen ins Museum. Die Stufen zu Mozarts Füssen werden somit Teil des nutzbaren Platzraumes.
Bepflanzung Nur gesunde Bäume tragen mit der Verdunstung an den Blättern zum Microklima bei. Mit großzügig angelegten Schwammbereichen dehnen Bäume Ihre Wurzeln horizontal oberhalb der denkmalpflegerisch erforderlichen Wurzelschutzbahnen aus und ernähren sich selbstständig. Somit sind die historischen Artefakte geschützt und die Pflanzen haben einen großzügigen Wurzelbereich. Der umgebenden Plattenbelag wird im Sandbett auf Drainagebeton verlegt und die Fugen in mehreren Schichten gesandet. Damit ist auch da eine Benetzung des Erdreichs mit Feuchteaustausch gegeben. (Dementsprechend großzügig abstandhaltend sind die Wurzelschutzhochzugbahnen anzulegen) Wir schlagen vor: Kastanien beim Glockenspiel Felsbirne oder Ahorne (mit zu stutzendem horizontal ausgedehntem schattenspendendem Kronbereich) als elliptische angeordnet Halb-allee Ahorne im südlichen Bereich
Michaelsbrunnen An der Stelle des alten Michaelsbrunnen wird ein augenförmiger bodenebener Brunnen mit 2x9 Düsen errichtet. Die Düsen sind diagonal gegeneinander gerichtet, um beim Aufprall einen, sich maximal ausbreitenden, Wasserschleier zu erzeugen. Die Wassermenge wird mit einer Höhe von 0,5m bis 3.0m Höhe computergesteuert geregelt. Im umlaufenden Entwässerungskranz aus Granit wird das Wasser gefangen und zur Aufbereitung an die Brunnenstube geleitet. Die Lage der Brunnenstube mit Wasseraufbereitung erfordert keine örtliche Nähe zum Brunnenstandort!
Michaelstor Rudolfskai (zukünftiges Anschlußdetail) Der Grundriss des abgetragenen Michaeltors sollte in den Bodenplatten in rotem Granit dargestellt wird.
Trinkbrunnen Waagplatz Ein behindertenfreundlicher Trinkbrunnen mit drei sensorgesteuerten Wasserstellen labt kostenlos die Gäste und erinnert an den ehemaligen Fischkalter und mit seiner galgenähnlichen Form an die alte Funktion des Gerichtsplatzes.
Waagplatz Waagstein Im Schwerpunkt des Platzes zitieren rote Granitplatten den Waagstein in seiner Funktion zur Messung des Zehent für die Pfalz.







