Urban & Städtebau

Reitsamerplatz & Linzer Gasse

Salzburg · Jänner 2014

Reitsamerplatz & Linzer Gasse

Bauherrenpreis

Vor fünfzehn Jahren schon brachte Architekt Eduard Widmann in den verschiedensten Gremien Vorschläge zur Ausgestaltung der Linzer Gasse als Fußgängerzone. Davon wurden 2002 nur die Wasserfontänen am “Platzl” sowie neue Pflasterungen dort und im ersten Teil der Dreifaltigkeitsgasse verwirklicht. Das brachte erste, fußgängerfreundliche Effekte in der “rechten Altstadt”, seither erhielten auch viele sanierungsbedürftige Häuser in der Linzer Gasse mustergültige Renovierungen, zeigt das Viertel im Angebot von Handel und Gastronomie und mit öffentlichen Nutzungen im Nahbereich stetigen Auftrieb. Widmann, nun mit Erich Wagner als kongenialem Mitstreiter, nahm einen neuerlichen Anlauf, fand durch die Firma IBT von Dr. Franz Modrian, dessen Büro in der Linzer Gasse liegt, einen großartigen Sponsor, konnte etliche Anrainer und Hauseigentümer finanziell und ideell als Partner gewinnen. So wurde aus früheren Einzelkämpfern eine Gruppierung “von unten”, die eine gemeinsame Neuorganisation des Straßenraumes formal und funktional erarbeitete - und so überzeugte man schließlich auch die Salzburger Stadtplanung und Stadtpolitik. Unterstützung kam dazu durch die kommunale Baudirektion und die einschlägigen Stadträte bis hin zum Bürgermeister, aber auch von vielen Anrainern unter der Führung des in der Priesterhausgasse beheimateten Architekturteams Lechner&Lechner, weshalb am Cornelius-Reitsamer-Platz viel mehr Fläche als zuerst geplant (und bewilligt) realisiert werden konnte. Am Reitsamer-Platz und in der Richard-Mayr-Gasse gibt es nun erfrischende, nicht nur Kinder und Jugendliche ansprechende Brunnen- und Wasserspiele, welche die Salzburger Tradition der Wasserkunst zeitgemäß - mit ausgetüfteltem Knowhow in der Technik der Wasserkreisläufe - im urbanen Alltag weiterbilden. Daneben gelang eine räumlich verbesserte und einheitlich konzipierte Gestaltung der diversen Schanigärten und sonstigen Möblierungen, ergänzt durch weitere, unspektakuläre aber feine Boden- und Licht-Details, die den Stadtraum über bloßes Konsumverhalten hinaus mit nichtkommerziellen Reizen und Angeboten bereichern. All das wird sichtlich animiert von Ansässigen und BesucherInnen, groß und klein angenommen. Der Erfolg zeitigte Nachfolgeprojekte - in der Griesgasse, an Hanuschplatz und Kai - und nach gewonnenem Wettbewerb zeichnen Wagner&Widmann nun für die kommende Neugestaltung der Getreidegasse verantwortlich.