Gutachterverfahren 2014, Ausführung 2015 bis 2017 Auftrag durch die Stadt Salzburg; Architekten Wagner & Widmann
Städtebaulich
Die Getreidegasse und Judengasse war die historische Verbindung vom Hafen bei den Ursulinen über den Michaelsplatz (Mozartplatz) nach Süden. Die erstaunliche Einengung beim Eingang zum Bürgerspitalplatz ist einer Verbauung des 19 Jhdts. geschuldet. Der Name Judengasse ist Ironie der Geschichte. Fürsterzbischof Leonard von Keutschach verbannte 1498 sämtliche Juden aus Salzburg bis unter bayrischer Herrschaft 1810 der Bann gelöst wurde. Mit den beidseits anschließenden typischen Passagen wurden die angrenzenden Teile der Stadt erschlossen. In annähernd Querrichtung zur Getreidegassenachse verläuft der Almkanal, entsprungen am Fuß des Untersbergs, mit 5 Hauptarmen als Energie und Transportmedium der Stadt. Die Salzburger Ansiedlung gruppiert sich um 2 Berge, dem sMönchsberg (tertiär) und Kapuzinerberg (Dachsteinkalk), getrennt vom Bett der Salzach. Der Entwurf folgt den Vorgaben der 5ten Fassade, Steingrössen und Fugenteilung entsprechend der Hierarchie der Gassen im Stadtgefüge;
Architektonisch
Der 5 teilige Kleinteilstreifen, Entwässerungsachse und Leitsystem in Doppelfunktion passt sich mit der Fugenausrichtung den gewundenen Fassaden der Bürgerhäuser an. Spannende Fragen ergeben sich bei den Einmündungen der querliegenden Plätze, Gibt es Prioritäten oder Doppeldeutigkeiten? Auch mit dem Mittelstreifen lassen sich Geschichten erzählen. Die Salzburger Judenfreiheit wird durch die Reduzierung der 5Teiligkeit auf 3 Steine an der schmalsten Stelle der Judengasse symbolisiert- Die Steinzuschnitte und Fugenteilungen folgen streng der Tradition des Steinmetzhandwerks. Eine Besonderheit stellen die engen Quergässchen, Sterngässchen, Klampferergässchen, Goldgasse dar. Um dem Anspruch der behindertenfreundlichen Begehbarkeit genüge zu tun, wurde eine eigene Verlegeart mit geschnittenen Kleinsteinwürfeln entwickelt. Die Frage nach Begrünung in der engsten Altstadt überhaupt an zu sprechen - wir befanden uns im Jahr 2014 - vor dem großen Klima Medien Hype - war müßig. Es dauerte 10 Jahre bis die Beleuchtung des Almkanalfensters in der Getreidegasse installiert wurde. Auf die offene Führung des Bürgerspital - Astes des Almkanals über die Bader Stiege musste aus Kostengründen verzichtet werden.











